Lange Nacht der Tastenkunst

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Virtuose Sommer-Klaviernacht beendet Brahms-Wochen 2016

Mit imponierender pianistischer Brillanz und nahezu schwindelerregender Virtuosität wurden am Samstag mit der Sommer-Klaviernacht die Brahms-Wochen 2016 beendet. Gewidmet sind die musikalisch-kulinarischen Sommerfeste in den Räumen der Nord-Ostsee Automobile den kurzen Charakterstücken der Klaviermusik und ihren Interpreten.

Francois-Xavier PoizatKlangbilder und Impressionen ferner Länder eröffnete François-Xavier Poizat in Claude Debussys „Estampes“ – eine Reise im Geiste und in der Fantasie des Komponisten. In „Pagodes“ schwor er Fernöstliches herauf, in „Soiree dans Grenade“ fing er pianistisch wunderbar das Kolorit der andalusischen Melodien ein und in „Jardins sous la pluie“ war das Prasseln des Regens herauszuhören. Der Pianist aus Genf mit chinesischer Abstammung spielte die zarten, geheimnisvollen Klänge, die rhythmische Vielschichtigkeit und betörende Monotonie der Komposition mit kristalliner Klarheit und fein nuanciert. Bei Johannes Brahms’ schwermütigem Alterswerk, den „Intermezzi op. 117“, muss François-Xavier Poizat hingegen seine Jugendlichkeit und Leidenschaft noch etwas bändigen, um sich zu einem wahren Meister zu entwickeln. Hier hätten die „Paganini-Variationen“ seinem Temperament besser entsprochen. Dass er sich auf dem „richtigen“ Weg befindet, zeigte der 26-Jährige mit dem Scherzo aus Peter Tschaikowskys „Pathétique“, in dem er die gesamte Palette seiner Virtuosität kraftvoll entfalten konnte.

Aurelia Shimkus
In die ruhige Welt der Balladen entführte die 18jährige Aurelia Shimkus das Publikum nach der ersten Pause mit je zwei Charakterstücken von Johannes Brahms und Franz Liszt. Massiv, kraftvoll, leidenschaftlich, dann lyrisch und hochromantisch – die zierliche Lettin spielte hinreißend, zelebrierte jeden verträumten Ton und ließ die Zuhörer mit bemerkenswert ausgeprägter Technik und Musikalität aufhorchen.
Matthias KirschnereitNoch einen Schritt näher heran an die Kunst des intensiven Zuhörens führte der Klangpoet Matthias Kirschnereit, der das kraftvolle Finale des Abends einläutete. Der Mittfünfziger ist keiner, der die große Gebärde benötigt oder gar den Tastenlöwen gibt. Technisch über allen Zweifel erhaben, mit einem feinfühligen, präzise differenzierenden Anschlag, beeindruckte der Echo-Klassik-Preisträger zunächst mit dem „Lied ohne Worte B-Dur op. 67/3“ und den „Variations sérieuses d-Moll op. 54“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Dabei verzichtete auf jene Sentimentalität, die gewöhnlich diesen kleinen Kabinettstückchen angedichtet wird, und stellte seine Virtuosität ganz in den Dienst der Musik. Die dritte Klaviersonate von Johannes Brahms beschäftigt Matthias Kirschnereit schon ein Leben lang. Ein Kosmos, der niemals endet: das sei für ihn die kontrollierte Gefühlswelt dieses Komponisten mit Dithmarscher Wurzeln, der zu seinen musikalischen Hausgöttern zählt. Mit poetischem Feingefühl interpretierte Kirschnereit das Nocturne-hafte „Andante espressivo“, bevor er das Publikum beim „Nocturne cis-Moll op. posth“ von Frédéric Chopin mit „leichterer“ Kost verwöhnte – Musikliebhabern bestens aus dem Film „Der Pianist“ bekannt. Zur Abrundung des Abend beschloß das halsbrecherische „Scherzo Nr.2 b-Moll“ die lange Nacht der virtuosen Tastenkunst, die rund 250 Besucher begeisterte. „Ein Höhepunkt des Dithmarscher Kulturlebens,“ waren sich Petra Stüber, Gaby Pastoors, Ada Viecens und Anke Ninke aus Lunden mit allen Anwesenden einig.

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